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Statement zum braunen Terror und einem neuen Verständnis von Migration
10.01.12
Von:  Murat Ham

Kategorie: POLITIK, GESELLSCHAFT

Murat Ham

Nicht nur Deutschland, sondern Europa braucht die jungen Einwanderer. Wer soll beispielsweise die Rentenansprüche der überalterten Gesellschaft sichern? Wie hat sich unsere Gesellschaft verändert? Doch in jüngster Zeit mussten wir uns mit dem Zwickauer Neonazi-Trio auseinandersetzen. Die perfiden Morde, die Listen mit möglichen Opfern und die Versäumnisse der Verfassungsschützer. Wie konnten Neonazis die Migranten mehr als zehn Jahre lang töten, ohne dass eine Behörde in dieser Richtung ermittelt hat? Wie stark ist der Rassismus in unserer Gesellschaft verwurzelt? Fakt ist: Das Böse ist nicht zwangsläufig islamistisch oder linksradikal,
sondern eben auch rechtsterroristisch. Das ist der Preis unserer Freiheit.
Wir müssen alle achtsam sein.


Wir sollten ein neues Verständnis von Migration in einer globalisierten Welt entwickeln. Ich vermisse bei der Debatte um Integration und Parallelgesellschaft den einzelnen Menschen, sein individuelles Ringen um Liebe, Gesundheit und Frohsinn. Wir sollten dabei nicht immer von ‚wir‘ und ‚ihr‘ sprechen. Ich erkenne noch immer keine Selbstverständlichkeit im Umgang mit dem Thema Migration. Beispielsweise sprechen wenige bei einer kanadischen Biologin oder amerikanischen Physiker von einem Migrationshintergrund, aber bei Menschen mit islamischer Herkunft sieht es anders aus. Im täglichen Sprachgebrauch werden oft Unterschiede gemacht.


Integration ist oft ein gesellschaftliches Teilhabeproblem, das vielmehr vom sozialen Status und nach wie vor von Einkommensverhältnissen abhängt. Eine moderne Integrationspolitik ist wichtig, weil vor allem in den nächsten Jahren Millionen Arbeitskräfte in Deutschland fehlen werden. Das heißt: Deutschland braucht die Kinder der Einwanderer.

Murat Ham ist Journalist und Autor.


Homepage: http://www.murat-ham.de/ 




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