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Projekt "Mitte(n)drin" des Polizeipräsidenten Berlin, Polizeiabschnitt 32
24.02.11

Kategorie: BERLIN, PROJEKTE

Das Projekt "Mitte(n)drin" gewann den zweiten Platz des Integrationspreises 2010  der Deutschen Islamkonferenz und teilt sich somit diesen mit MS.de

 

 

 

„Mitte(n)drin“- ein Projekt des Polizeiabschnittes 32

 

Das Projekt des A 32 ist ein Teilprojekt des behördenweiten Tik- Projektes der Berliner Polizei. „Tik“ steht als Abkürzung für den Transfer interkultureller Kompetenz und zielt unter anderem auf die Förderung des internen und externen interkulturellen Verständnisses, auf Kooperationen sowie auf eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen der Polizei und Institutionen aus anderen Kulturkreisen der Stadt ab.

„Mitte(n)drin“ in Mitte (Stadtbezirk in Berlin), Mitte(n)drin im Zentrum, Mitte(n)drin in der Stadt, Mitte(n)drin in der Gesellschaft- so sehen wir, das Präventionsteam des Polizeiabschnittes 32, die Zielgruppe unseres Projektes, muslimische Frauen des Bezirkes Mitte von Berlin.

 

 

Ausgangssituation:

 

Die Polizeidirektion 3 stellt eine von insgesamt sechs Polizeidirektionen Berlins dar. Sie gliedert sich in sechs Abschnittsbereiche und umfasst den Stadtbezirk Berlin- Mitte.

Die Struktur des Abschnittes 32 ist überwiegend durch eine Vielzahl an Touristen und Geschäftsleuten geprägt. Die typische Wohnbevölkerung sowie Kiezstrukturen sind im Vergleich zu den Abschnitten 35 bzw. Abschnitten 36 eher unterrepräsentiert.

Im Bereich des Abschnittes 32 beträgt der Ausländeranteil derzeit 18,1 %, der im Vergleich zum Abschnitt 36 (35,1 %) deutlich niedriger ausfällt und den zweit geringsten innerhalb der Polizeidirektion 3 darstellt. Zudem befinden sich innerhalb des Abschnittes 32 weder Moscheen noch Migrantenvereine, sodass kieznahe Anknüpfungspunkte zum Erreichen der Zielgruppe nicht gegeben sind.

Der Abschnitt 32 hat es trotzdem als seine Aufgabe angesehen, das behördenweite Tik- Projekt auch im Zentrum Berlins aktiv zu unterstützen und entsprechend weiter zu entwickeln.

Um alle Kolleginnen und Kollegen an das Thema „Muslime“ heranzuführen, fanden im Vorfeld des Projektes vier Informationsveranstaltungen in der Dienststelle statt, die von internen „Fachleuten“ der Arbeitsgruppe Integration und Migration durchgeführt wurden. Insbesondere religiöse und kulturelle Hintergründe sowie Verhaltensmuster der Muslime wurden anschaulich dargestellt. Zum Abschluss bestand die Möglichkeit, eine Moschee zu besuchen und zu besichtigen und dort mit den Vorstandsmitgliedern in direkten Austausch zu kommen.

 

 

Zielgruppe:

 

Zielgruppe des Projektes sind muslimische Frauen des Stadtbezirkes Mitte in Berlin.

Durch ihre zumeist zurückgezogene und traditionelle Lebensweise, die in großen Teilen auf die Kindererziehung und häusliche Tätigkeiten fokussiert ist, wird ihr Wille zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben Berlins, eingeschränkt.

 

 

Projektidee:

 

Um dieser Situation zu begegnen, erschien es sinnvoll, die muslimischen Frauen aus ihrem gewohnten Umfeld herauszuholen, indem sie in den Abschnittsbereich 32 eingeladen und hier an das gesellschaftliche und insbesondere kulturelle Leben der Stadt schrittweise herangeführt werden.

Durch eine eigens von Polizeibeamtinnen durchgeführte Stadttour durch die historische Mitte Berlins werden einige ausgewählte Sehenswürdigkeiten (Weltzeituhr, Rotes Rathaus, Nikolaiviertel, St. Marienkirche, Neptunbrunnen, Fernsehturm) vorgestellt. Die Tour eröffnet die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen der Polizeibeamten und Migrantinnen sowie zum gemeinsamen Erkunden der Stadthistorie.

Durchgeführt wird das Projekt vom Präventionsteam des Abschnittes 32, das aus der Präventionsbeauftragten und der Verkehrssicherheitsberaterin besteht.

In enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Integration und Migration der Polizeidirektion 3 wurde die Projektidee der Integrations-, sowie der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirksamtes Mitte von Berlin mit dem Ziel vorgestellt, unter anderem muslimische Vereine der Direktion 3 für das Projekt des Abschnittes 32 gewinnen zu können.

Darüber hinaus wurden die bestehenden Kontakte der Dienststellen der Direktion 3, insbesondere der Arbeitsgruppe Integration und Migration, der Abschnitte 33, 35 sowie 36 genutzt, um mit Frauentreffs, Elterncafés, Quartiersmanagements sowie Projekten für ausländische Mütter zu kooperieren.

Um die Zielgruppe erreichen zu können, wurden Flyer sowie Plakate gedruckt, die im Rahmen eines persönlichen Gespräches mit den jeweils Verantwortlichen der o.g. Anlaufstellen für Muslima überreicht wurden.

Über die bereits integrierten Migrantinnen, die sich in Vereinen und Projekten organisieren, sollen die noch weitestgehend isoliert lebenden islamischen Frauen erreicht werden.

 

 

Umsetzung:

 

Das Projekt startete am 15.06.2010 und wird monatlich an feststehenden Terminen jeweils in der Zeit von 09.00- 12.00 Uhr durchgeführt. Die Kinder der Frauen können gern am Projekt teilnehmen, sie sind ebenfalls herzlich willkommen.

Treffpunkt und Ausgangsort der Stadttour ist die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz. Es besteht auch die Möglichkeit, dass das Präventionsteam die Frauen bzw. Frauengruppe von ihrer Einrichtung außerhalb des Abschnittsbereiches 32 abholt und mit ihnen gemeinsam mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Alexanderplatz fährt.

Zu Beginn werden sie von den beiden Polizeibeamtinnen dort begrüßt und der Ablauf der dreistündigen Veranstaltung vorgestellt.

Vom allseits beliebten Treffpunkt der Touristen über den Sitz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin bis hin zum höchsten Gebäude Berlins wird im Rahmen einer Stadttour die historische Mitte Berlins vorgestellt.

Die eineinhalbstündige Stadttour bietet Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen und gemeinsam der Historie der Stadt ein Stück näher zu rücken.

Um möglichen Verständigungsschwierigkeiten begegnen zu können, wird bereits im Flyer darum gebeten, dass eine Frau dabei ist, die im Bedarfsfall entsprechend übersetzen kann.

Anschließend führt der Weg zum Polizeiabschnitt 32, der sich im Nahbereich des Alexanderplatzes befindet und die Möglichkeit bietet, in angenehmer Atmosphäre bei einer Tasse Tee oder Kaffee verschiedene polizeiliche Themen anzusprechen und gemeinsam zu diskutieren.

Als Einführung in die Aufgabenbereiche der Polizei wird der etwa 10-minütige Film „Im Dienst für die Menschen“ vom Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) vorgeführt, der in deutscher, türkischer und arabischer Sprache ausgestrahlt werden kann.

Im Anschluss werden Fragen zum Film beantwortet sowie konkret die Aufgaben eines Abschnittes und insbesondere die kriminal- und verkehrspräventive Arbeit auf Kiezebene vorgestellt.

Anknüpfend an die Stadttour aber auch über die Themen Kindererziehung und Familie werden den Frauen Sicherheitstipps und Verhaltenshinweise vermittelt sowie Möglichkeiten aufgezeigt, welche externen Hilfeeinrichtungen genutzt werden können, um ihr Sicherheitsgefühl zu stärken.

Das Thema Berufsinformationen und insbesondere die aktuellen Einstellungs-voraussetzungen zum Eintritt in den Dienst der Berliner Polizei ist erfahrungsgemäß ein Thema von besonderem Interesse für muslimische Frauen, die um die Ausbildung ihrer Kinder sehr bemüht sind.

Nachdem in erster Linie der Wachbereich des Abschnittes 32 und anschließend ein Polizeifahrzeug hautnah besichtigt werden können, werden die Frauen zum Treffpunkt der Führung, der Weltzeituhr, begleitet und dort verabschiedet. Sofern Bedarf besteht, werden die Frauen auch wieder bis zu ihrer Einrichtung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln begleitet.

 

 

Ziele

 

- Förderung des Dialoges zwischen der muslimischen Bevölkerungsgruppe und den Polizeibeamten

 

- Stärkung des Selbstbewusstseins sowie Förderung der Eigenständigkeit muslimischer Frauen

 

- Erweiterung des kulturellen Wissens der Muslima über das historische Zentrum Berlins und damit Steigerung der Identifikation mit der Stadt

 

- Stärkung des Sicherheitsgefühls der benannten Zielgruppe durch Aufklärung

 

- Erhöhung des Anteils jugendlicher Migranten in der Ausbildung bei der Berliner Polizei

 

- Erweiterung der interkulturellen Kompetenz der beteiligten Polizeibeamten

 

Das Projekt „Mitte(n)drin“ soll im Jahr 2011 fortgeführt werden.

 

 

Information und Anmeldung unter:

Tel: (030) 4664 - 332040 oder (030) 4664 - 332041

Mail: tina.loeffler[at]polizei.berlin.de oder victoria.schwiethal-heuermann[at]polizei.berlin.de




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