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Moderne muslimische Mode – kein rotes Tuch (nur auf dem Kopf)
01.01.11
Von:  Susanne Queck

Kategorie: ERFAHRUNGEN

„Mode“ und „Muslima“ sind Worte, die gewöhnlich nicht miteinander in einem Satz genannt werden. Muslimas „verhüllen“  oder „verschleiern“ sich nur oder laufen eben in „sackartigen Gewändern in tristen Farben“ herum. Nur die wenigsten trauen sich zu glauben, dass Muslimas - jetzt kommt´s, aber nicht weitersagen: ganz normale Frauen sind, die sich gerne hübsch anziehen!

Tataaa, das Geheimnis ist gelüftet!


Sicher, man sieht es nicht immer auf den ersten Blick. Wie bei anderen Frauen auch, gibt es mutige, meist junge Frauen, die gerne mit Form, Schnitt und Farbe experimentieren. Heute wird ein Glitzertuch mit sportlicher Nietentunika getragen, morgen der Cleopatralook mit großen Creolen Ohrringen und Federband. Es gibt durchaus Trends. Jeder, der schon einmal eine kleine Horde junger Musliminnen, ich nenne  sie gerne: Miss Muslimas, getroffen hat, kann bestätigen, dass die meisten von Ihnen ihre Kopfbedeckung auf sehr ähnliche Art und Weise tragen. Sogar die Farbkombination wirkt auf wundersame Weise wie abgesprochen. Und dann gibt es jene, die ausgefallenere Outfits gegen praktikablere Kleidung getauscht haben, die eben nicht ständig herunterrutscht , an der man immer herumziehen muß oder die nach dem ersten Spucken eines Babys ruiniert ist. Prioritäten ändern sich eben. Wie bei allen Frauen. Ganz normal, oder?


Doch ich habe noch ein Geheimnis, dass ich gerne verraten möchte: Unter der weiten, meist einfarbigen Outdoorkleidung, meist ein langer Mantel oder ein weites Kleid, steckt viel mehr als man denkt. Da wird durch die Bank weg alles getragen, was H&M, Zara oder die Boutique um die Ecke hergeben. Denn die Verhüllung in weitere Gewänder ist nur  für die Öffentlichkeit oder nicht gewollte Stilaugen gedacht. Im privaten Rahmen und bei Festlichkeiten zeigt jeder, was er hat. Es gibt in enge Zebradruck-Tops gezwängte Über-Pfunde ( kennt jeder vom Strand im Sommer), fließende Seidenblusen mit tollen Mustern oder todschicke Hosenanzüge im neusten Design aus London oder Paris, die darauf warten bewundert zu werden. Natürlich mit entsprechend pompösem Schmuck präsentiert. Oder eben auch nicht. Naturverbundene Damen tragen biozertifizierte Pullover und die passenden Latschen.      Alles kann, nichts muss.
Wie bei allen Frauen. Eben ganz normal, oder?


Link: www.imzadi-couture.com

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KOMMENTARE UND FRAGEN

 

06.01.2011

Wenn man in Deutschland "mutig" sein muß, um sich hübsch anzuziehen im Gegensatz zum absichtlich hässlichmachenden Mantel-Hidschab...  ui!  
Wenn Mädchen sich so anziehen wollen, bitte.
Das darum do ein Gedöns gemacht wird, gibt ihnen quasi Recht, weil sie Aufmerksamkeit kriegen. Also: Rebellinnen rückwärts. "Ihr kämpftet für den Minirock? Wir verhüllen uns, ätsch! Ihr kämpftet für die Aufklärung und Säkularisierung? Wir holen Gott wieder hervor, egal, was die Wissenschaft inzwischen entdeckt haben mag."
Das ist vielleicht natürlich, wenn man jung ist.
Nur weiß ich nicht, was dann passiert, wenn die Frauen älter werden - und wie frei ihre Töchter eben dann tatsächlich sind.
Oder ob es dann eben doch von den Mädchen erwartet wird, ebenfalls Kopftücher zu tragen. Nicht ins Schwimmbad zu gehen, keinen Freund zu haben. Erst mit dem Ehemann zu schlafen, sich in vielem zurückzuhalten, bloß kein uneheliches Kind zu kriegen..
Das wär doch vielleicht nicht religiös, sondern rückständig.. Ich meine es wirklich nicht böse, ich weiß nur, daß es früher in Deutschland nicht viel anders war und daß es eben doch imme auf die Frauen ging. Denn Männer haben nunmal kein Jungfernhäutchen und kriegen auch nicht den dicken Bauch.

 

Antwort der Autorin:

Natürlich ist es bei jungen Mädchen noch einmal etwas anderes.
Kurz hierzu: "...Wir holen Gott wieder hervor, egal, was die Wissenschaft inzwischen entdeckt haben mag...." Was hat die Wissenschaft denn entdeckt? Hat sie bewiesen, wie alles entstanden ist? Das würde mich interessieren :-)

Die religiöse Seite des Islam sieht allerdings eine Zurückhaltung und Keuchheit, sowie eine gleiche Gottergebenheit beider Geschlechter ausdrücklich vor, es wird im Koran kein Unterschied gemacht in solchen Dingen zwischen Mann und Frau. Dies wird nur traditionell, je nach Land, anders gelebt. Ich finde es schade, dass leider immer wieder Religion mit regionaler Tradition verwechselt wird.  Aber ich gebe zu, es ist schwierig, das von aussen zu erkennen, auch noch mit der vorherrschenden medialen "Information". Auch die Ausübung des Islam hat sich über die Jahrhunderte entwickelt und verändert, so wie jede Religion und Gesellschaft.




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